Neubau 124 WE "Silcherhof"
in Esslingen
Andreas-Hofer-Straße 1+3
Bismarckstraße 50+52
Hindenburgstraße 74+78+82
Silcherstraße 11+15
Bauherr
Baugenossenschaft Esslingen eG
Nicht offener Wettbewerb 2015
1. Preis
Ausführung
LP 1-9
Bauzeit
03/2017 – 08/2019

Die Baugenossenschaft Esslingen eG bietet in ihrem nachhaltigen und menschlichen Geschäftsmodell seit 130 Jahren für ihre Mitglieder ein lebenslanges Nutzungsrecht an der gemieteten Wohnung zu einem angemessenen Preis.

Um eine geeignete Lösung zur Neubebauung des Oberesslinger Areals „Silcherhof“ innerhalb des gewachsenen Ortsbildes zu finden, wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt. Der Beitrag der Architektengruppe Kist Waldmann & Partner, der sich in seiner Struktur in die gewachsene Umgebungsbebauung einfügt, wurde im Jahr 2015 für die Realisierung ausgewählt.

Im Silcherhof entstanden neun neue Mehrfamilienhäuser mit Stadtvillencharakter. 124 genossenschaftliche Mietwohnungen ersetzen mit über 8.700 m² Wohnfläche eine Anlage aus den 1920-er-Jahren mit ehemals 52 Wohnungen.

Der Identität stiftende Ort mit großzügig angelegter Grünfläche im Quartiersinneren konnte durch die Schaffung einer Wohnanlage mit Neuinterpretation bekannter, historischer Gestaltungselemente erhalten werden. Die Anordnung der Neubauten mit drei Geschossen und Walmdach erfolgte in offener Blockrandbebauung um eine Grüne Mitte, die als Treffpunkt für die Bewohner und zum Spielen dient.

Alle Mietwohnungen, sowie das Untergeschoss und die Tiefgarage, sind über einen Aufzug stufenlos erreichbar. Es entstanden überwiegend Drei- und Vierspänner-Grundrisstypen mit Schwerpunkt auf kleinen Wohnungen. Innerhalb der 124 Wohneinheiten werden verschiedene Wohnungstypen mit Größen zwischen 47 m² und 113 m² angeboten. Die Orientierung der Wohnzimmer und Balkone/Terrassen erfolgt überwiegend zur Grünen Mitte oder nach Süden. Alle Küchen sind natürlich belichtet und belüftet. Insgesamt 34 Wohnungen wurden gemäß LBO barrierefrei erreichbar ausgebildet.

Gestaltungsmittel wie die Betonung der Hauseingänge und Blockrandecken, sowie Variationen der Gebäudelänge und die beidseitige Anordnung von Vorbauten und Dachaufbauten in Anlehnung an historische Vorbilder, dienen einer Gliederung der Anlage. Die gestalterische Rhythmisierung lässt die Baumasse optisch reduziert erscheinen.

In der Detailausführung wurde auf wertige Materialien geachtet: Der mineralische Designputz der Hauptbaukörper mit glatter, hellgrauer Oberfläche, in Kombination mit einer dunkleren, linienartigen Sockelausbildung und Fensterfaschen in grober Putzstruktur verleihen der Anlage ihren Stadtvillencharakter. Aufgrund der monolithischen Bauweise mit Porenbeton-Außenwänden konnte auf ein Wärmedämmverbundsystem verzichtet werden. Alle Wohnhäuser erhielten eine Lochfassade mit überwiegend geschlossenen Brüstungen, mit Ausnahme der großzügigen bodentiefen Verglasungen im Bereich der Wohnzimmer. Das Erdgeschoss wird durch seine linienartige Putzstuktur hervorgehoben. Einheitliche Dachflächen entstanden durch die farbliche Abstimmung der flachen Betondachsteine und verschiedener Dachaufbauten.

Wettbewerb: 
1. Preis
Wohnfläche: 
8.714 m²
Brutto-Rauminhalt: 
55.536 m³
Gemenge der 124 Mietwohnungen
4 x 1-Zi-WE / 47- 51m² ( 3%)
67 x 2-Zi-WE / 46- 71m² (54%)
35 x 3-Zi-WE / 69- 92m² (28%)
18 x 4-Zi-WE / 82-113m² (15%)

Parkierung in Tiefgarage
124 PKW-Stpl.
248 Fahrrad-Stpl.
Architekturaufnahmen: 

Peter Schmidt Photodesign, Notzingen